
Eine Datei kann am Bildschirm fehlerfrei wirken und nach dem Druck dennoch enttäuschen. Plötzlich steht der Text zu nah am Buchrücken, Fotos verlieren an Schärfe, Schwarz kippt ins Graue, und an der Umschlagkante taucht ein dünner weißer Streifen auf. Manchmal zeigt sich das Problem noch vor dem Druck und endet mit Korrekturen, einer erneuten Dateiübermittlung und einem verschobenen Termin. Schlimmer ist es, wenn es erst an der fertigen Auflage auffällt.
Eine gute Vorbereitung der Druckdatei für ein Buch besteht also nicht darin, das Dokument als PDF zu speichern und an die Druckerei zu schicken. Zu prüfen sind Format, Ränder, Anschnitt, Schriften, Farben, Auflösung der Grafiken, Seitenzählung und Umschlagkonstruktion. Jedes dieser Elemente beeinflusst das Aussehen des Buches, ein Teil davon auch seine Lesbarkeit und die Art der Bindung.
Wir zeigen, welche Fehler in Druckdateien am häufigsten auftreten und wie Sie sie aufspüren, bevor das Dokument an die Maschine geht.
Die Datei sieht am Bildschirm gut aus. Warum reicht das nicht?
Ein Monitor zeigt einen Entwurf unter völlig anderen Bedingungen als Papier. Das Bild ist hinterleuchtet, die Farben wirken intensiver, und die Vergrößerung lässt sich mit einem Klick ändern. Auf dem Druck können Sie kleinen Text nicht mehr heranzoomen und keine Details zurückholen, die in der Ausgangsgrafik nie vorhanden waren.
Die Unterschiede betreffen auch die Proportionen. Am Bildschirm übersieht man leicht, dass der Text wenige Millimeter von der Schnittlinie entfernt steht oder dass sich die Seitenzahl der Kante genähert hat. Erst nach dem Binden zeigt sich, dass der Innensteg zu schmal ist und ein Teil des Inhalts im Buchrücken verschwindet.
Deshalb verlangt eine professionelle Druckvorbereitung eines Buches, den Entwurf als physischen Gegenstand zu betrachten. Das Buch wird geschnitten, gefalzt, geklebt oder geheftet. Papier hat eine Dicke, und jede Bindeart setzt eigene Grenzen.
Fehlender Anschnitt, also ein weißer Streifen an der Kante
Der Anschnitt ist der Teil der Grafik, der über das Endformat der Seite (das Nettoformat) hinausragt und abgeschnitten wird. Bei Books Factory sollte der Anschnitt im Buchblock nicht kleiner als 3 mm sein.
Wozu etwas hinzufügen, das später nicht zu sehen ist? Das Schneiden erfolgt nicht auf Bruchteile eines Millimeters genau. Papier kann sich während der Produktion minimal verschieben. Endet ein farbiger Hintergrund, ein Foto oder eine Illustration exakt auf der Formatlinie, legt schon eine kleine Verschiebung eine weiße Kante frei.
Anschnitt wird überall dort gebraucht, wo ein Element bis an den Seitenrand reicht:
- auf Umschlägen,
- bei ganzseitigen Fotos,
- bei farbigen Hintergründen,
- bei Illustrationen, die über den Bildausschnitt hinauslaufen,
- auf vollflächig bedruckten Zwischentiteln.
Der häufigste Fehler besteht darin, außerhalb des Formats einen weißen Streifen anzusetzen. Der Anschnitt sollte die Verlängerung der Grafik oder des Hintergrunds sein und kein leerer Rand.
Zu schmale Ränder und Text, der in den Buchrücken rutscht
Ein Rand ist kein leerer Raum, den man beschneiden sollte, um mehr Inhalt unterzubringen. Er ist der Sicherheitsabstand – der Bereich innerhalb des Nettoformats, in dem der gesamte wesentliche Inhalt Platz finden muss. Anschnitt und Sicherheitsabstand wirken also in entgegengesetzte Richtungen: Der Anschnitt reicht über das Format hinaus und wird abgeschnitten, der Sicherheitsabstand liegt innerhalb des Formats und schützt den Text davor, beschnitten zu werden oder im Buchrücken zu verschwinden.
Besonders wichtig ist der Innensteg. Nach dem Binden liegt ein Teil der Seite nah am Buchrücken und nicht ganz flach. Steht der Text zu nah an der Mitte, muss die Leserschaft das Buch weit aufbiegen, um einen ganzen Satz zu sehen.
Das Problem wächst mit der Seitenzahl. Eine dicke Publikation braucht meist einen breiteren Innensteg als ein schmaler Band. Auch die Konstruktion zählt: Ein fadengehefteter Block öffnet sich weiter als ein geklebter, und ein Hardcover verhält sich anders als ein Softcover oder ein integrierter Einband. Je schwerer sich ein Buch aufschlagen lässt, desto breiter muss der Innensteg geplant werden.
Der Sicherheitsbereich sollte nicht nur den Fließtext umfassen, sondern auch:
- Seitenzahlen,
- Kolumnentitel,
- Fußnoten,
- Bildunterschriften,
- Kästen und Tabellen,
- Logos sowie kleine dekorative Elemente.
Einer der häufigeren Fehler beim Buchdruck ist es, alle Ränder auf denselben Wert zu setzen. Im Buch haben Innen- und Außensteg unterschiedliche Aufgaben, weshalb sie nicht immer identisch sein sollten.
Falsches Seitenformat
Das Format des Dokuments muss dem Format des fertigen Buches entsprechen. Das klingt selbstverständlich, und dennoch erreichen die Druckerei Dateien im Format A4, obwohl die Publikation A5, B5 oder ein Sonderformat haben soll.
Das Skalieren eines fertigen Satzes auf ein anderes Format wirkt sich aus auf:
- die Textgröße,
- die Proportionen der Ränder,
- die Linienstärke,
- die Größe der Illustrationen,
- die Breite der Tabellen,
- das Aussehen des gesamten Satzes.
Verkleinern wir ein Dokument von A4 auf A5, wird auch die Schrift kleiner. Text, der am Bildschirm lesbar wirkte, kann nach dem Skalieren zu fein sein.
Das Format muss vor Beginn des Satzes feststehen. Das gilt ebenso für die Seitenausrichtung, die Berechnung des Anschnitts und die Umschlagkonstruktion. Eine spätere Änderung bedeutet meist einen neuen Umbruch, andere Absatzumbrüche, verschobene Illustrationen und eine geänderte Seitenzahl.
Seiten als Doppelseiten statt einzeln
Ein Buch wird oft in der Doppelseitenansicht gestaltet, weil sich so das Zusammenspiel von linker und rechter Seite besser kontrollieren lässt. Die fertige Druckdatei für ein Buch sollte jedoch in der Regel Einzelseiten in der richtigen Reihenfolge enthalten und nicht zwei auf einem Bogen verbundene Seiten.
Das Ausschießen, also die Anordnung der Seiten auf dem Druckbogen, übernimmt die Druckerei. Die Anordnung hängt vom Papierformat, der Maschine, der Falzart und der Bindung ab. Bogenlagen ohne Absprache selbst vorzubereiten, kann die Produktion nur erschweren.
Ausklappbare Elemente oder Illustrationen, die durch die Mitte der Doppelseite laufen, sind eine Ausnahme, doch auch dann müssen die technischen Anforderungen mit dem Hersteller abgestimmt werden.
Beim Export prüfen wir außerdem die Seitenreihenfolge. Die erste Seite des Buchblocks ist eine rechte Seite. Leerseiten, Vakatseiten und Titelseiten müssen in der Datei enthalten sein, wenn sie zum Entwurf gehören. Die Seitenzahl des Blocks muss gerade sein – ist sie es nicht, wird am Ende des Blocks eine Leerseite ergänzt, was den geplanten Schluss des Buches stören kann. Die Druckerei sollte nicht raten müssen, wo eine leere Seite vorgesehen war.
RGB-Farben statt CMYK
Ein Bildschirm sendet Licht aus, Papier wirft es zurück. Deshalb arbeiten am Monitor erstellte Grafiken im RGB-Raum, während ein Buch in CMYK entsteht. Im Druck entsteht das Bild aus Tinte oder Toner in den vier CMYK-Farben, die das Papier reflektiert. Der Farbraum, den ein Monitor darstellen kann, ist größer als der, der sich auf Papier wiedergeben lässt.
Die intensivsten Blau-, Grün-, Rosa- und Neontöne können nach der Konvertierung ruhiger, dunkler oder weniger gesättigt wirken. Das ist kein Mangel der Druckmaschine und kein Fehler der Druckerei, sondern der Unterschied zwischen zwei Arten, Farbe zu erzeugen.
Wie bereitet man eine Druckdatei vor, wenn das Buch Fotos und Illustrationen enthält? Das Material muss nach dem von der Druckerei angegebenen Profil konvertiert werden – bei Books Factory bereiten Sie die Datei am besten im Profil Coated FOGRA 39 auf, Schwarz-Weiß-Material in Gray Gamma 1.8 oder 2.2 – und anschließend prüfen Sie, wie sich die Farben verändert haben.
Der bloße Moduswechsel von RGB zu CMYK genügt nicht immer. Wichtig sind das Farbprofil, die Papiersorte und das Druckverfahren. Dieselbe Farbe sieht auf weißem gestrichenem Papier anders aus als auf cremefarbenem ungestrichenem.
Bei Büchern, in denen Farbe eine große Rolle spielt, lohnt sich ein Probeexemplar (Proof Copy) – auf dem Zielpapier und im Zieleinband. Selbst ein kalibrierter Bildschirm zeigt nicht genau, wie sich die Farbe auf dem gewählten Bedruckstoff verhält.
Schwarzer Text aus vier Farben aufgebaut
Schwarz lässt sich im Druck auf mehrere Arten aufbauen. Der Fließtext sollte in der Regel als reines Schwarz angelegt sein, also 100% K ohne Beimischung von Cyan, Magenta und Gelb. Werden feine Buchstaben aus vier Farben aufgebaut, erzeugt schon eine minimale Passerverschiebung einen farbigen Saum um sie herum und den sogenannten Geistereffekt – der Buchstabe verliert an Schärfe. Der Text wird unschärfer und sieht schlechter aus als einfaches einkanaliges Schwarz. Das zusammengesetzte Schwarz, auch Tiefschwarz (Rich Black) genannt, entsteht aus mehreren CMYK-Komponenten und bewährt sich auf großen Flächen, Hintergründen und in kräftigen grafischen Elementen. Es sollte jedoch nicht automatisch in jedes schwarze Element geraten.
Bei der Vorbereitung von Dateien für die Druckerei prüfen wir also nicht nur, ob der Text schwarz aussieht. Man muss sehen, aus welchen Farbwerten er tatsächlich aufgebaut wurde.
Das Risiko steigt, wenn Text aus einem Textverarbeitungsprogramm übernommen wurde. Die automatische Konvertierung von RGB zu CMYK verwandelt Schwarz meist in ein aus vier Komponenten zusammengesetztes Schwarz – prüfen Sie deshalb nach dem Import von Text, Tabellen und Diagrammen die Komponenten und stellen Sie reines Schwarz 0/0/0/100 wieder her.
Zu geringe Auflösung von Fotos und Illustrationen
Eine aus dem Internet geladene Grafik kann am Monitor gut aussehen und nach dem Druck verschwommen, ausgefranst oder voller sichtbarer Pixel sein. Alles hängt von ihrer tatsächlichen Auflösung in der Zielgröße ab.
Fotos sollten in dem Maßstab, in dem sie im Buch verwendet werden, eine effektive Auflösung von mindestens 300 dpi haben – diese Anforderung gilt auch bei Books Factory. Es genügt jedoch nicht, den Wert 300 dpi in den Dateieinstellungen einzutragen. Hat das Bild wenige Pixel, holt kein Programm die fehlenden Details zurück.
Ein Beispiel? Ein kleines Foto aus dem Internet lässt sich mit 300 dpi kennzeichnen, doch über eine ganze Seite gezogen bleibt es von schlechter Qualität. Es zählen die Pixelanzahl und die Zielgröße im Druck.
Probleme treten auch auf bei:
- Bildschirmfotos,
- Logos, die als kleine JPG-Dateien gespeichert wurden,
- Bildern aus Präsentationen,
- Illustrationen, die über ihre ursprüngliche Größe hinaus vergrößert wurden,
- Grafiken, die von Messengern komprimiert wurden.
Logos, Icons und Strichzeichnungen übergeben Sie am besten im Vektorformat. So lassen sie sich ohne Schärfeverlust skalieren.
Schriften, die verschwinden oder ihr Aussehen ändern
Die im Entwurf verwendete Schrift ist nicht immer auf dem Rechner der Druckerei vorhanden. Wurde sie nicht in das PDF eingebettet oder dort, wo es sinnvoll ist, in Pfade umgewandelt, kann das Programm sie durch eine andere ersetzen.
Ein Schriftwechsel verändert nicht nur das Aussehen der Buchstaben. Er kann auch die Textbreite, den Zeilenumbruch, die Seitenzahl und die Position der Überschriften verändern. Eine einzige fehlende Schrift kann den gesamten Satz zerlegen.
Eine korrekte PDF-Vorbereitung für den Druck sollte die Kontrolle der Schrifteinbettung umfassen. Vergewissern Sie sich außerdem, dass die Lizenz der Schrift ihre Verwendung in einer gedruckten Publikation erlaubt.
Das gesamte Buch in Pfade umzuwandeln, ist nicht immer der beste Ausweg. Das kann die Dateigröße erheblich erhöhen und spätere Korrekturen erschweren. Meist genügt es, die Schriften beim Export korrekt einzubetten.
Besonders achten wir auf Schriften, die nur an einzelnen Stellen vorkommen, etwa in einem verzierten Kapiteltitel, einer Bildunterschrift oder einem Zitat. Bei der Kontrolle werden sie leicht übersehen.
Zu feine Linien und zu kleiner Text
Was am Bildschirm bei starker Vergrößerung sichtbar ist, übersteht den Druck nicht immer. Sehr feine Linien können verschwinden, aufreißen oder ungleichmäßig wirken. Für Vektorobjekte – Tabellen, Diagramme, Kästen – liegt das sichere Minimum bei 0,25 pt, also 0,088 mm. Das gilt besonders für helle Elemente, feine Kästen, Diagramme und technische Illustrationen.
Ein ähnliches Problem entsteht bei kleinem Text. Ein kleiner Schriftgrad auf dunklem Grund, eine dünne Schrift oder geringer Kontrast können die Lesbarkeit stark mindern. Besonders riskant ist weißer Text in feiner Schrift auf einem Foto.
Nehmen Sie nicht an, dass etwas, das im PDF bei 200 % Vergrößerung sichtbar ist, auf Papier ebenso lesbar bleibt. Ein Entwurf muss in der Zielgröße beurteilt werden, am besten anhand eines Probedrucks.
Fehler in der Seitenzählung
Doppelte Seitenzahlen, eine fehlende Seite, eine vertauschte Reihenfolge oder eine Zahl auf einer Seite, die leer bleiben sollte – solche Probleme treten häufig nach den letzten Korrekturen auf.
Die Änderung einiger Absätze kann den gesamten Satz verschieben. Das Entfernen einer Illustration wirkt sich auf den Seitenumbruch aus, und eine zusätzliche Vakatseite verändert die Zählung des restlichen Buches. Wurden die Zahlen von Hand eingetragen statt über die automatischen Funktionen des Programms, steigt das Fehlerrisiko.
Vor dem Versand der Datei prüfen wir:
- die Kontinuität der Zählung,
- die Position der Zahlen auf linken und rechten Seiten,
- das Fehlen von Zahlen auf Seiten, auf denen sie nicht erscheinen sollen,
- die Übereinstimmung des Inhaltsverzeichnisses mit den tatsächlichen Zahlen,
- interne Verweise,
- Fußnoten und Register.
Manche Seiten tragen keine gedruckte Zahl, werden aber dennoch mitgezählt. Das betrifft oft die Titelseite, das Impressum oder Kapitelanfänge. Eine fehlende sichtbare Zahl ist von einer in der Zählung fehlenden Seite zu unterscheiden.
Tippfehler und Korrektur nach dem Satz
Die Korrektur des Textes vor dem Satz schließt die Arbeit nicht ab. Nach dem Satz können Fehler auftauchen, die es vorher nicht gab:
- einzelne Buchstaben am Zeilenende (sogenannte Waisen),
- falsche Silbentrennung,
- Überschriften am Seitenfuß,
- einzelne Absatzzeilen auf der Folgeseite,
- zu große Wortabstände,
- verrutschte Bildunterschriften,
- Tabellen, die über den Rand hinauslaufen,
- wiederholte oder ausgelassene Passagen.
Deshalb sollte die Druckvorbereitung eines Buches mit einer Korrektur nach dem Satz enden. Am besten prüfen Sie die Datei in der Einzelseiten- und in der Doppelseitenansicht und drucken einen Teil der Publikation im Maßstab 1:1 aus.
Papier zeigt Probleme schnell, die der Bildschirm nicht signalisiert. Schriftgröße, Zeilenlänge und die Dichte einer Seite nimmt man gedruckt anders wahr.
Wie berechnet man die Buchrückenbreite und bereitet den Umschlag vor?
Ein Buchumschlag besteht nicht nur aus Vorder- und Rückseite. Zu berücksichtigen sind der Buchrücken, der Anschnitt, die Rilllinien und bei manchen Einbänden auch Klappen, Einschläge oder andere technologische Bereiche.
Die Breite des Buchrückens ergibt sich aus der Zahl der Blätter (also der Seiten geteilt durch zwei), der Dicke eines Blattes und der Konstruktion des Einbands. Die Seitenzahl allein genügt nicht: Derselbe Block auf Volumenpapier ergibt einen deutlich breiteren Buchrücken als auf dichtem Papier gleicher Grammatur.
Einer der häufigeren Fehler ist es, den Umschlag zu gestalten, bevor der Buchblock endgültig geschlossen ist. Ändert sich die Seitenzahl später, ändert sich auch die Breite des Buchrückens. Der Titel sitzt womöglich nicht mehr mittig, und eine Grafik, die über die Umschlagteile läuft, verschiebt sich gegenüber den Falzlinien.
Die Maße des Umschlags erhalten Sie am besten von der Druckerei, sobald Folgendes feststeht:
- das Format des Buches,
- die endgültige Seitenzahl,
- Sorte und Grammatur des Papiers,
- die Einbandart,
- die Art des Klebens oder Heftens,
- ob Klappen vorgesehen sind.
Statt den Buchrücken selbst zu berechnen, nutzen Sie besser die von der Druckerei bereitgestellten Materialien – bei Books Factory finden Sie sie in den Anleitungen zur Druckvorbereitung für die einzelnen Einbandarten, und der Druckkalkulator ermittelt die Buchrückenbreite automatisch.
Text und Barcode zu nah an der Schnittlinie
Auf dem Umschlag erscheinen oft viele Elemente: Titel, Autorenname, Klappentext, Logo, Barcode mit der ISBN, Preis, Verlagszeichen. Bei kleinem Format wird der Platz schnell knapp.
Texte sollten dennoch nicht bis an die Kante gerückt werden. Der Schnitt kann sich minimal verschieben, und ein zu nah am Rand stehendes Element wirkt dann ungleichmäßig oder wird teilweise abgeschnitten.
Auch der Barcode braucht eine passende Größe, Kontrast und Freiraum ringsum. Ihn auf einen stark gemusterten Hintergrund zu setzen oder seine Proportionen zu verzerren, kann das Scannen erschweren.
Ähnliche Aufmerksamkeit verlangt der Buchrücken. Bei sehr dünnen Büchern passt der Titel möglicherweise nicht darauf oder gerät zu nah an die Falzlinie. Manchmal ist es besser, darauf zu verzichten, als Text zu drucken, der auf die Vorder- oder Rückseite des Umschlags überläuft.
Transparenzen, Schatten und Spezialeffekte
Grafikprogramme erlauben Schatten, Transparenzen, Mischmodi und allerlei Filter. Nicht jeder Effekt wird jedoch in der Druckdatei korrekt verarbeitet, vor allem wenn der Export mit falschen Einstellungen erfolgte.
Probleme können betreffen:
- verschwindende Schatten,
- rechteckige Flächen um transparente Objekte,
- veränderte Farben,
- weiße Linien zwischen Teilen einer Grafik,
- fehlerhaftes Überdrucken,
- Elemente, die nach dem Reduzieren anders aussehen.
Vorsicht verlangen auch sehr zarte Tonflächen und Verläufe. Zu helle Werte können im Druck verschwinden, und sanfte Tonwertübergänge können sich zu sichtbaren Streifen legen. Das sichere Minimum liegt bei 5 % der größten Farbkomponente; bei breiten Verläufen hilft ein feines Rauschen.
Am sichersten ist es, den von der Druckerei angegebenen PDF-Standard zu nutzen und die Vorschau der Separationen sowie des Überdruckens zu prüfen. Bei aufwendigeren Entwürfen bitten Sie besser vor dem Start der gesamten Auflage um eine technische Prüfung.
Falscher PDF-Standard
Nicht jedes PDF ist eine druckfertige Datei. Ein aus einem Textverarbeitungsprogramm gespeichertes Dokument kann aktive Kommentare, Formularfelder, Links, Ebenen, ungeeignete Schriften oder zu stark komprimierte Grafiken enthalten.
Die Grundlage ist ein einlagiges, sauberes PDF mit eingebetteten Schriften. Ein Teil der Druckereien erwartet zusätzlich die Übereinstimmung mit einer bestimmten PDF/X-Variante – prüfen Sie das in der Spezifikation, statt es vorauszusetzen. Ein solcher Standard schränkt einige Elemente ein, die sich in der Produktion unvorhersehbar verhalten könnten.
Vor dem Export lohnt sich die Prüfung:
- des Nettoformats und des Anschnitts,
- der Art, wie die Seiten exportiert werden,
- der Schrifteinbettung,
- der Bildkomprimierung,
- des Farbprofils,
- ob in der Blockdatei keine Druckmarken zurückgeblieben sind,
- des PDF-Standards,
- der Überdrucken-Einstellungen,
- des Vorhandenseins überflüssiger Ebenen.
Druckmarken fügen wir nur dann hinzu, wenn der Hersteller sie verlangt – bei Books Factory sind sie aus der Blockdatei zu entfernen. Mehr Marken bedeuten keine besser vorbereitete Datei, sondern mehr Arbeit für die DTP-Abteilung.
Fehlende Übereinstimmung mit den Anforderungen der konkreten Druckerei
Der größte Fehler ist es oft, eine Datei nach allgemeinen Regeln vorzubereiten, ohne die Spezifikation des Betriebs zu prüfen, der das Buch drucken soll.
Druckereien können sich unterscheiden in:
- dem geforderten Anschnitt,
- den akzeptierten Farbprofilen,
- der Art, wie Schwarz aufzubauen ist,
- dem erwarteten PDF-Standard,
- den Druckmarken,
- der minimalen Linienstärke,
- der Umschlagkonstruktion,
- der Art der Dateiübergabe.
Gut vorbereitete Dateien entsprechen den Anforderungen eines konkreten Produktionsprozesses. Unsere Anleitungen zur Druckvorbereitung – getrennt für Softcover, Hardcover und Broschüren – sollten Sie noch vor Beginn des Satzes öffnen und nicht erst beim Export der fertigen Publikation.
Wenn etwas unklar ist, fragen Sie Ihre Kundenbetreuung. Ein paar Minuten für die Klärung der Parameter sparen Stunden späterer Korrekturen.
Wie bereitet man eine Druckdatei vor, ohne Kleinigkeiten zu übersehen?
Vor dem Versand lohnt sich eine Kontrolle in mehreren Etappen. Wir prüfen nicht alles auf einmal, denn dann übersieht man leicht einen einzelnen Fehler.
Zuerst die Konstruktion
Wir kontrollieren Format, Seitenzahl, Reihenfolge, Vakatseiten, Anschnitt und Ränder. Wir prüfen, ob die Seiten einzeln vorliegen und ob alle Elemente in den Sicherheitsbereich passen.
Dann der Inhalt
Wir gehen Zählung, Inhaltsverzeichnis, Fußnoten, Überschriften, Bildunterschriften, Silbentrennung und die Stellen durch, an denen der Satz nach den letzten Korrekturen aus dem Lot geraten sein könnte.
Anschließend Grafiken und Farben
Wir prüfen Auflösung, Farbraum, Profil, Transparenzen und Überdrucken (Overprint), feine Linien sowie die Art, wie Schwarz aufgebaut wurde. Jede Grafik sollte in der Zielgröße betrachtet werden.
Zum Schluss die PDF-Datei
Wir kontrollieren die Schrifteinbettung, das Seitenformat, den Anschnitt, den Speicherstandard und die Exportparameter. Das fertige PDF öffnen wir in einem anderen Programm als dem, in dem der Entwurf entstanden ist. So fallen Probleme leichter auf, die die Ausgangsanwendung nicht zeigt.
Checkliste vor dem Versand des Buches an die Druckerei
Vor der Übergabe der Dateien prüfen wir:
- ob das Format des Dokuments mit der Bestellung übereinstimmt,
- ob Elemente, die bis an die Kante reichen, Anschnitt haben,
- ob der Text sicheren Abstand zu Schnitt und Buchrücken hält,
- ob die Seiten einzeln exportiert wurden,
- ob die Seitenzahl korrekt ist,
- ob die Grafiken eine ausreichende Auflösung haben,
- ob die Farben nach den Anforderungen aufbereitet wurden,
- ob feiner Text aus reinem Schwarz aufgebaut ist,
- ob die Schriften eingebettet sind,
- ob Seitenzählung und Inhaltsverzeichnis übereinstimmen,
- ob die Datei keine Kommentare oder versehentlichen Objekte enthält,
- ob der Umschlag auf der aktuellen Vorlage entstanden ist,
- ob die Buchrückenbreite die endgültige Seitenzahl und das Papier berücksichtigt,
- ob der Barcode die richtigen Proportionen hat,
- ob die Datei die Spezifikation der gewählten Druckerei erfüllt.
Eine gute Datei spart Korrekturen, Zeit und Nerven
Eine korrekte Vorbereitung der Druckdatei für ein Buch beginnt viel früher als beim PDF-Export. Format, Papier, Einband und Druckverfahren sollten schon vor dem Satz feststehen. So entsprechen Ränder, Umschlag, Grafiken und Seitenzahl von Anfang an der fertigen Publikation.
Ein Buch ist schließlich kein Dokument, das man am Monitor betrachtet. Es soll in die Hände der Leserschaft gelangen, sich gut öffnen, die Druckschärfe bewahren und genau so aussehen wie geplant. Eine sorgfältige Kontrolle der Dateien führt zu diesem Ergebnis, ohne hektische Korrekturen auf der letzten Etappe.
Bevor Sie mit dem Satz beginnen, prüfen Sie die technischen Anforderungen für den gewählten Einband – Sie finden sie in unserer Wissensdatenbank zur Dateivorbereitung.