Blog Books Factory

Gestrichenes oder ungestrichenes Papier – Unterschiede

Ein Set aus beschichtetem und unbeschichtetem Papier.

Die Wahl des richtigen Bedruckstoffs gehört zu den wichtigsten Entscheidungen, vor denen Autor:innen und Verlage bei der Vorbereitung einer Publikation stehen. Vom Papier hängt maßgeblich ab, wie der Leser das Endprodukt wahrnimmt – ob als hochwertiger Bildband oder als klassische, minimalistische Lektüre.

Bei der Auswahl von Druckpapieren stehen wir meist vor einem grundlegenden Dilemma: gestrichen oder ungestrichen? Obwohl beide Varianten auf den ersten Blick ähnlich erscheinen können, unterscheiden sie sich deutlich im Herstellungsprozess, in ihrer Struktur sowie in der Art, wie Farbe aufgetragen und fixiert wird.

In diesem Artikel analysieren wir detailliert die technischen Aspekte beider Lösungen, vergleichen ihre Eigenschaften und zeigen, welche Einsatzbereiche je nach Projekt am häufigsten gewählt werden.

Was ist gestrichenes Papier und welche Eigenschaften hat es?

Gestrichenes Papier (sogenanntes Bilderdruckpapier) ist ein Material, das im Produktionsprozess mit einer speziellen Beschichtung versehen wird. Diese besteht in der Regel aus einer Mischung von Pigmenten (z. B. Kaolin oder Kreide) sowie Bindemitteln und füllt die natürlichen Poren des Papiers. Dadurch entsteht eine glatte, nahezu perfekt gleichmäßige Oberfläche. Die Eigenschaften gestrichener Papiere unterscheiden sich daher deutlich von denen ungestrichener Offsetpapiere.

Das wichtigste Merkmal dieses Papiertyps ist die geringe Saugfähigkeit. Die Druckfarbe dringt nicht tief in die Faserstruktur ein, sondern verbleibt auf der Oberfläche. Das führt zu einer außergewöhnlichen Detailgenauigkeit und einer sehr präzisen Farbwiedergabe – Farben wirken intensiv und lebendig. Es ist wichtig zu beachten, dass gestrichenes Papier in verschiedenen Oberflächen erhältlich ist:

  • matt – reduziert Lichtreflexe und verleiht der Publikation eine elegante Wirkung,
  • glänzend – verstärkt Kontrast und Farbtiefe und eignet sich besonders für Fotografie,
  • seidenmatt (Silk) – stellt einen Kompromiss zwischen Glanz und Matt dar und kombiniert Glätte mit guter Lesbarkeit.

Bei der Verwendung dieses Materials sollte berücksichtigt werden, dass es weniger gut zum Beschreiben geeignet ist. Die glatte Oberfläche kann dazu führen, dass Tinte von Kugelschreibern oder Füllern verschmiert, was die Nutzung in Notizbüchern oder Planern einschränkt.

Eigenschaften und Struktur von ungestrichenem Papier

Ungestrichene Papiere weisen eine völlig andere Struktur auf. Sie umfassen eine breite Palette von Materialien – von klassischen Offsetpapieren bis hin zu hochwertigen Volumenpapieren wie Munken oder Eco-Book. In diesem Fall bleiben die Zellulosefasern offen, wodurch die Oberfläche mikroskopisch porös und leicht rau ist. Das Fehlen einer Beschichtung führt dazu, dass die Druckfarbe direkt in die Struktur des Papiers eindringt, was das endgültige Erscheinungsbild von Text und Grafik beeinflusst.

Bei der Analyse der Eigenschaften ungestrichener Papiere sollte man besonders auf Folgendes achten:

  • hohe Saugfähigkeit, die zu einer leichten Streuung des Bildes und geringerer Farbsättigung führen kann,
  • eine natürliche, rohe Optik, die in ökologischen und künstlerischen Projekten zunehmend geschätzt wird,
  • hervorragende Eigenschaften zum Schreiben, da das Papier Tinte schnell aufnimmt,
  • höheres Volumen, was bedeutet, dass das Papier bei gleicher Grammatur deutlich dicker wirken kann. Beispielsweise können Volumenpapiere wie Eco-Book ein Volumen von etwa 2,0 erreichen, während Munken-Papiere bei etwa 1,5 liegen.

Dieser Papiertyp bildet die Grundlage des klassischen Buchdrucks. Das Lesen längerer Texte auf ungestrichenem Papier (insbesondere auf Offsetpapier oder cremefarbenem Volumenpapier) ist deutlich angenehmer für die Augen als auf weißen, glänzenden Bilderdruckpapieren.

Vergleich technischer Parameter

Um die Auswahl des richtigen Papiers zu erleichtern, lohnt sich ein Vergleich der wichtigsten technischen Eigenschaften.

1. Farbwiedergabe und Schärfe

Auf gestrichenem Papier sind Farben intensiver und Konturen klar definiert. Dies liegt daran, dass die Farbe auf der Oberfläche bleibt. Bei ungestrichenem Papier wirken Farben gedämpfter, was Grafiken eine weichere und subtilere Anmutung verleiht. Enthält ein Projekt viele dunkle Bilder mit feinen Details in Schattenbereichen, ist gestrichenes Papier die sicherere Wahl.

2. Haptik und Textur

Gestrichenes Papier ist kühl und glatt und wird häufig mit moderner, kommerzieller Qualität assoziiert. Ungestrichenes Papier (insbesondere Offsetpapier oder Volumenpapier) bietet hingegen eine ausgeprägte Textur, Wärme und Natürlichkeit, was ein angenehmeres Leseerlebnis schafft und besonders bei literarischen Publikationen überzeugt.

3. Grammatur und wahrgenommene Steifigkeit

Es ist wichtig zu wissen, dass die Grammatur nicht immer der wahrgenommenen Dicke entspricht. Gestrichene Papiere sind dichter und kompakter, sodass ein 150 g/m²-Bogen dünner wirken kann als ein 120 g/m²-Offsetpapier. Bei der Planung eines Buchrückens sind daher vor allem das Volumen des Papiers und die Seitenzahl entscheidend.

4. Haltbarkeit und Widerstandsfähigkeit

Die Beschichtung gestrichener Papiere schützt die Oberfläche teilweise vor Verschmutzungen, ist jedoch anfälliger für Risse an Falzkanten – selbst bei industrieller Weiterverarbeitung. Ungestrichenes Papier ist flexibler, kann jedoch aufgrund seiner Porosität leichter verschmutzen.

Praktische Anwendungen in der Druckproduktion

Die Wahl des Materials sollte sich direkt aus der Funktion des Endprodukts ergeben. Es gibt kein universelles Papier, das in jeder Situation optimal funktioniert. Ein professioneller Ansatz erfordert die Abstimmung des Materials auf den Inhalt.

Typische Anwendungen:

  • Produktkataloge und Werbebroschüren – hier dominiert gestrichenes Papier, da es Details besonders präzise wiedergibt,
  • Foto- und Modealben – hohe Glätte und Glanz unterstreichen die Bildästhetik,
  • Belletristik und Lehrbücher – ungestrichenes Papier (Offsetpapier oder Volumenpapier) erhöht den Lesekomfort,
  • Geschäftsausstattung und minimalistische Visitenkarten – ungestrichene Oberfläche wirkt elegant und ist beschreibbar,
  • Bedienungsanleitungen und Schwarz-Weiß-Broschüren – geringere Grammatur reduziert die Produktionskosten.

Immer häufiger kombinieren Verlage beide Varianten. So kann beispielsweise der Umschlag auf gestrichenem Papier mit Veredelung gedruckt werden, während der Innenteil auf klassischem, augenfreundlichem Offsetpapier oder Volumenpapier basiert.

Wie wählt man Papier nach Zweck und Budget?

Bei der Planung eines Druckprojekts sollten neben der Ästhetik auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt werden. Volumenpapier ist in der Regel kostengünstiger als Premiumvarianten, während letztere den wahrgenommenen Wert deutlich steigern. Bei gestrichenen Papieren hängen die Kosten von Grammatur und Oberfläche ab.

Wenn Ihr Projekt textbasiert ist, wählen Sie Offsetpapier oder Volumenpapier mit einer Grammatur von 70–90 g/m². Für reich illustrierte Magazine empfiehlt sich gestrichenes Papier im Bereich von 115–150 g/m². Beide Varianten sind heute in FSC-zertifizierten Ausführungen erhältlich.

Bei Books Factory unterstützen wir Sie in jeder Phase – von der Auswahl der passenden Grammatur bis zur Entscheidung zwischen matt und glänzend.

Planen Sie Ihren Druck mit Profis

Die Entscheidung zwischen gestrichenem und ungestrichenem Papier hat grundlegenden Einfluss auf den Erfolg Ihrer Publikation. Unabhängig davon, ob Sie einen Bildband oder einen Nischen-Gedichtband erstellen – das richtige Material unterstreicht den Charakter Ihres Projekts und beeinflusst die Wahrnehmung durch den Leser.

Besuchen Sie unsere Website und testen Sie unseren Kalkulator, mit dem Sie verschiedene Papier- und Grammaturvarianten vergleichen können. So sehen Sie sofort, wie sich Ihre Entscheidungen auf Kosten und Erscheinungsbild auswirken.

Wenn Sie Papiersorten noch besser vergleichen möchten, bestellen Sie ein kostenloses Papiermuster von Books Factory. So können Sie unterschiedliche Materialien nicht nur sehen, sondern auch fühlen – und leichter die richtige Entscheidung treffen.