
Wenn Sie den Buchmarkt verfolgen und fesselnde Psychothriller lieben, kennen Sie mit Sicherheit Titel wie „Wenn sie wüsste“ oder „Der Lehrer“. Deren Autorin, die unter dem Namen Freida McFadden veröffentlichte, schaffte es jahrelang, ihr Gesicht und ihre Identität zu verbergen – sie trat in der Öffentlichkeit sogar mit Perücke auf. In einem Interview mit „USA Today“ entschied sie sich jedoch, endgültig zu schweigen aufzuhören.
Keine Geheimnisse mehr. Lernen Sie Sara Cohen kennen
„Es ist Zeit“ – mit diesen Worten begann die Schriftstellerin, ihre wahre Identität offenzulegen. Hinter dem Pseudonym Freida McFadden steckt Sara Cohen, eine Ärztin, die auf die Behandlung von Erkrankungen des Gehirns spezialisiert ist.
Ihre Entscheidung, aus dem Schatten zu treten, war kein Zufall. Die Autorin gab offen zu, dass sie die ständigen Spekulationen darüber, wer sie wirklich sei, leid war.
„Ich bin an einem Punkt meiner Karriere, an dem ich dieses Geheimnis nicht mehr bewahren will. Ich bin müde von Diskussionen darüber, ob ich eine echte Person bin oder ob drei Männer hinter mir stehen. Ich bin eine echte Person, ich habe eine echte Identität, und ich habe nichts zu verbergen“, gestand Sara Cohen.
Warum schrieb die Autorin von „Wenn sie wüsste“ unter einem Pseudonym?
In der Verlags- und Druckbranche – in der wir bei Books Factory täglich arbeiten – begegnen wir häufig Autorinnen und Autoren, die sich für ein Pseudonym entscheiden. Die Gründe sind unterschiedlich: von der Trennung von Privatleben und Beruf bis hin zum Aufbau einer bestimmten persönlichen Marke.
Bei Sara Cohen lag der Hauptgrund darin, ihre anspruchsvolle medizinische Laufbahn von ihrer Leidenschaft fürs Schreiben zu trennen. Interessanterweise wurde der Vorname „Freida“ einem medizinischen Datenbanksystem entlehnt.
Ihr wichtigstes Ziel war es, ihr Autoren-Alter-Ego so lange geheim zu halten, bis sie bereit wäre, ihre Arbeit als Ärztin zurückzufahren. Sie befürchtete, dass eine plötzliche Enthüllung ihrer Identität unter Kolleginnen und Kollegen ihre Glaubwürdigkeit und ihre Möglichkeit zu praktizieren beeinträchtigen könnte. Mit der Zeit sprach es sich zwar auch im Kollegenkreis herum, doch die Menschen in ihrem Umfeld blieben diskret und unterstützten sie.
Wie lässt sich Medizin mit dem Schreiben von Bestsellern verbinden?
Ihr Erfolg im Verlagswesen machte es letztlich schlicht unmöglich, zwei so anspruchsvolle Rollen gleichzeitig zu erfüllen.
So sah ihr Weg zum Schreiben in Vollzeit aus:
- Bis 2023 arbeitete sie als Ärztin in Vollzeit und veröffentlichte gleichzeitig Bestseller um Bestseller.
- Mit der Zeit fühlte sie sich von dem Versuch, diese beiden Welten miteinander zu vereinbaren, völlig überfordert.
- Heute, nachdem sie ihre ärztliche Tätigkeit in Vollzeit aufgegeben hat, übt sie ihren ursprünglichen Beruf nur noch ein- bis zweimal im Monat aus.
Ehrlichkeit gegenüber den Leserinnen und Lesern steht an erster Stelle
Trotz der Enthüllung ihres echten Namens betont die Autorin, dass sie für ihre Fans weiterhin als Freida bekannt sein möchte. Sie unterstreicht zudem, dass ihre Beziehung zu den Leserinnen und Lesern – auch wenn ihre Identität verborgen war – stets auf Wahrheit beruht habe.
„Auch wenn der Name eine Überraschung ist, wird sonst nichts eine sein. Ich war meinen Leserinnen und Lesern gegenüber immer ehrlich“, schließt die Autorin.
Zusammenfassung
Die Geschichte von Freida McFadden – oder besser gesagt: Sara Cohen – ist ein perfektes Beispiel dafür, wie eine tiefe Leidenschaft fürs Schreiben sich im Laufe der Zeit zu einem primären Karriereweg entwickeln und schwierige Lebensentscheidungen erzwingen kann. Für viele unabhängige Kreative und Verlage ist sie zugleich ein Beleg dafür, dass ein durchdachtes Pseudonym helfen kann, eine Marke sicher aufzubauen, ohne das bestehende Berufsleben zu stören.
Es erscheint plausibel, vorsichtig anzunehmen, dass die Entscheidung, den Schleier der Anonymität nun endgültig fallen zu lassen, auch durch die viel beachtete Leinwandadaption von „Wenn sie wüsste“ beeinflusst wurde, die vor einigen Monaten in die Kinos kam. Angesichts des enormen kommerziellen Erfolgs des Films – mit 400 Mio. USD weltweitem Einspielergebnis bei einem Budget von 35 Mio. USD – hat die Hollywood-Produktion zweifellos zusätzliche mediale Aufmerksamkeit auf die Autorin gelenkt. Damit wäre es nahezu unmöglich geworden, die Geheimhaltung langfristig aufrechtzuerhalten.
Unter diesen Umständen wirkt der Schritt, selbstbestimmt ins Rampenlicht zu treten, bevor andere ihr zuvorkommen, wie ein außergewöhnlich passender und gut durchdachter Image-Move.
Quellen: