{"id":7966,"date":"2026-08-04T13:02:04","date_gmt":"2026-08-04T11:02:04","guid":{"rendered":"https:\/\/booksfactory.pl\/blog\/druckpapier-unter-druck-cepi-daten-2025-fuer-verlage\/"},"modified":"2026-10-01T15:42:49","modified_gmt":"2026-10-01T13:42:49","slug":"druckpapier-unter-druck-cepi-daten-2025-fuer-verlage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/booksfactory.pl\/blog\/druckpapier-unter-druck-cepi-daten-2025-fuer-verlage\/?lang=de","title":{"rendered":"Druckpapier unter Druck: CEPI-Daten 2025 f\u00fcr Verlage"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/booksfactory.pl\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/35_Europejski-przemysl-papierniczy_1200x900_03-1024x768.jpg\" alt=\"Ein Papierlager mit gro\u00dfen Rollen des Rohmaterials, das bei Books Factory zur Herstellung von B\u00fcchern verwendet wird.\" class=\"wp-image-7924\" srcset=\"https:\/\/booksfactory.pl\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/35_Europejski-przemysl-papierniczy_1200x900_03-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/booksfactory.pl\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/35_Europejski-przemysl-papierniczy_1200x900_03-300x225.jpg 300w, https:\/\/booksfactory.pl\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/35_Europejski-przemysl-papierniczy_1200x900_03-768x576.jpg 768w, https:\/\/booksfactory.pl\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/35_Europejski-przemysl-papierniczy_1200x900_03.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Papiermarkt schafft es selten auf die Titelseiten. F\u00fcr Verlage und Autoren geh\u00f6rt er jedoch zu den Faktoren, die \u00fcber alles entscheiden: worauf der Buchblock entsteht, wie dick das Exemplar wird, wie schnell sich ein Nachdruck realisieren l\u00e4sst und wie viel Spielraum bei der Wahl der Bindung bleibt.<br \/><br \/>Die aktuellen Statistiken von CEPI, dem Dachverband der europ\u00e4ischen Zellstoff- und Papierindustrie, zeichnen ein Bild, das sich nicht mit einem Achselzucken abtun l\u00e4sst. Die Produktion sinkt, und am st\u00e4rksten schrumpft genau das Segment, aus dem B\u00fccher gedruckt werden. Es lohnt sich zu verstehen, was dahintersteht, bevor der n\u00e4chste Titel geplant wird.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-size:24px\">Was die CEPI-Daten f\u00fcr 2025 zeigen<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Papier- und Kartonproduktion in den CEPI-Mitgliedsl\u00e4ndern lag 2025 bei 77,4 Mio. Tonnen und damit 1,6 % niedriger als im Vorjahr. Dabei handelt es sich nicht um einen einmaligen Ausrutscher: Vorl\u00e4ufige Daten aus dem ersten Quartal 2026 deuten auf einen weiteren R\u00fcckgang von 2,4 % gegen\u00fcber dem Vorjahreszeitraum hin.<br \/><br \/>Einige Zahlen, die die Gr\u00f6\u00dfenordnung des Ph\u00e4nomens einordnen:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li style=\"margin-right:var(--wp--preset--spacing--50);margin-left:var(--wp--preset--spacing--50)\">620 Unternehmen und 740 Produktionsstandorte in den CEPI-L\u00e4ndern, ein R\u00fcckgang um 2,1 bzw. 2,5 % gegen\u00fcber dem Vorjahr,<\/li>\n\n\n\n<li style=\"margin-right:var(--wp--preset--spacing--50);margin-left:var(--wp--preset--spacing--50)\">1.142 laufende Papiermaschinen gegen\u00fcber 2.200 im Jahr 1991,<\/li>\n\n\n\n<li style=\"margin-right:var(--wp--preset--spacing--50);margin-left:var(--wp--preset--spacing--50)\">eine Kapazit\u00e4tsauslastung von 80,7 % gegen\u00fcber 82,7 % im Vorjahr,<\/li>\n\n\n\n<li style=\"margin-right:var(--wp--preset--spacing--50);margin-left:var(--wp--preset--spacing--50)\">176.387 direkt Besch\u00e4ftigte und 95 Mrd. Euro Umsatz,<\/li>\n\n\n\n<li style=\"margin-right:var(--wp--preset--spacing--50);margin-left:var(--wp--preset--spacing--50)\">Investitionen in H\u00f6he von 4,5 Mrd. Euro, 10 % weniger als 2024.<\/li>\n<\/ul>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der letzte Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit. Ein Produktionsr\u00fcckgang f\u00fcr sich genommen kann zyklisch sein, doch ein Investitionsr\u00fcckgang bei gleichzeitiger Stilllegung von Maschinen bedeutet, dass Produktionskapazit\u00e4ten dauerhaft aus dem Markt verschwinden. Jori Ringman, Generaldirektor von CEPI, brachte es in seinem Kommentar zum Bericht auf den Punkt: \u201eEin langsames Abdriften mag weniger sichtbar sein als ein pl\u00f6tzlicher Schock.&#8221;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-size:24px\">Grafische Papiere \u2013 das Segment, aus dem B\u00fccher entstehen<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gesamtr\u00fcckgang von 1,6 % verdeckt etwas, das f\u00fcr die Verlagsbranche weit bedeutsamer ist. Die Gesamtzahl h\u00e4lt sich einigerma\u00dfen dank der Verpackungen, deren Produktion nahezu stabil blieb (R\u00fcckgang um 0,1 % auf 49,51 Mio. Tonnen). Die grafischen Papiere, also die Gruppe der Druck- und Schreibpapiere, sanken im selben Zeitraum um 7,3 % auf 16,07 Mio. Tonnen.<br \/><br \/>Die Einzelheiten sind noch aussagekr\u00e4ftiger. So ver\u00e4nderte sich 2025 die Produktion in jenen Sorten, die tats\u00e4chlich in B\u00fccher gelangen:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li style=\"margin-right:var(--wp--preset--spacing--50);margin-left:var(--wp--preset--spacing--50)\"><strong>holzfreies ungestrichenes Papier (Offsetpapier)<\/strong> \u2013 5,72 Mio. Tonnen, ein R\u00fcckgang um 4,7 %; die Grundlage des Buchblocks der meisten Textb\u00fccher,<\/li>\n\n\n\n<li style=\"margin-right:var(--wp--preset--spacing--50);margin-left:var(--wp--preset--spacing--50)\"><strong>holzfreies gestrichenes Papier (Bilderdruckpapier)<\/strong> \u2013 2,89 Mio. Tonnen, ein R\u00fcckgang um 6,2 %; die Sorte f\u00fcr Bildb\u00e4nde, Illustrationen und Fotoreproduktionen,<\/li>\n\n\n\n<li style=\"margin-right:var(--wp--preset--spacing--50);margin-left:var(--wp--preset--spacing--50)\"><strong>holzhaltiges ungestrichenes Papier <\/strong>\u2013 2,59 Mio. Tonnen, ein R\u00fcckgang um 10,9 %; zu dieser Gruppe z\u00e4hlen die Volumenpapiere f\u00fcr B\u00fccher und Kataloge,<\/li>\n\n\n\n<li style=\"margin-right:var(--wp--preset--spacing--50);margin-left:var(--wp--preset--spacing--50)\"><strong>holzhaltiges gestrichenes Papier<\/strong> \u2013 2,36 Mio. Tonnen, ein R\u00fcckgang um 10,8 %,<\/li>\n\n\n\n<li style=\"margin-right:var(--wp--preset--spacing--50);margin-left:var(--wp--preset--spacing--50)\"><strong>Zeitungsdruckpapier<\/strong> \u2013 2,52 Mio. Tonnen, ein R\u00fcckgang um 7,3 %.<\/li>\n<\/ul>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt ein Bereich, den man bei der Buchplanung leicht vergisst, weil er nicht den Block betrifft, sondern die Bindung. Buchbinderpappe, Versteifungen und Materialien f\u00fcr Hardcover fallen unter die sonstigen Papiere und Kartons f\u00fcr Verpackungszwecke, eine Kategorie, die um 3,8 % geschrumpft ist; der Faltschachtelkarton, unter anderem f\u00fcr Schuber und Sammlerausgaben verwendet, ging um 5,4 % zur\u00fcck.<br \/><br \/>Mit anderen Worten: Der Druck betrifft beide Schichten des Buches \u2013 das, was innen liegt, und das, was es umschlie\u00dft.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-size:24px\">Drei\u00dfig Jahre Verschiebung in einer einzigen Kurve<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer Blick lohnt sich, denn der aktuelle R\u00fcckgang ist Teil eines sehr viel l\u00e4ngeren Prozesses. 1991 machten Druck- und Schreibpapiere 35,9 % der europ\u00e4ischen Papierproduktion aus, Zeitungsdruckpapier weitere 12,5 %. 2025 waren es 17,5 bzw. 3,3 %. Im selben Zeitraum stieg der Anteil der Verpackungspapiere und -kartons von 40,8 auf 64 %.<br \/><br \/>Die europ\u00e4ische Papierindustrie schrumpft weniger, als dass sie sich neu ausrichtet. Produktionskapazit\u00e4ten wandern in Richtung Verpackung, denn dort w\u00e4chst die Nachfrage, getrieben von E-Commerce und Logistik. Eine Maschine f\u00fcr grafische Papiere nach der anderen wird auf Wellpappenrohpapier umgestellt oder abgeschaltet.<br \/><br \/>F\u00fcr den Buchmarkt bedeutet das eine sehr konkrete Sache: Die Rohstoffbasis f\u00fcr den Buchdruck ist heute schmaler als vor einem Jahrzehnt und wird sich weiter verengen, selbst wenn es der Verlagsbranche selbst gut geht.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-size:24px\">Importe, Wettbewerb und was au\u00dferhalb Europas geschieht<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der zweite Strang des Berichts betrifft die Herkunft des Papiers auf dem europ\u00e4ischen Markt. Der Anteil der Importe von au\u00dferhalb der CEPI-L\u00e4nder am EU-Verbrauch stieg auf 7,7 % und damit auf den h\u00f6chsten je gemessenen Wert. Der Export steht weiterhin f\u00fcr \u00fcber 20 % der europ\u00e4ischen Produktion, doch die Handelsbilanz mit L\u00e4ndern au\u00dferhalb von CEPI verschlechtert sich.<br \/><br \/>CEPI verweist auf zwei Faktoren: ausl\u00e4ndische staatliche Unterst\u00fctzung f\u00fcr Produzenten sowie asymmetrische Wettbewerbsbedingungen. In der Folge verschwindet ein Teil der Produktionskapazit\u00e4ten in Europa, und die L\u00fccke f\u00fcllt Material aus entfernteren M\u00e4rkten \u2013 mit einer l\u00e4ngeren und weniger berechenbaren Lieferkette.<br \/><br \/>Aus Verlagssicht l\u00e4uft das auf eine praktische Frage hinaus: Wie stabil bleibt der Zugang zu einer bestimmten Papiersorte in einer bestimmten Grammatur, wenn ein Nachdruck ansteht. Je schmaler das europ\u00e4ische Segment der grafischen Papiere, desto mehr kommt es darauf an, ob eine Druckerei mit breit verf\u00fcgbaren Papieren arbeitet oder mit Nischenpositionen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-size:24px\">Die andere Seite der Medaille: Europa hat weiterhin starke Karten<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es w\u00e4re unredlich, bei den R\u00fcckg\u00e4ngen stehen zu bleiben, denn der Bericht zeigt auch Bereiche, in denen die europ\u00e4ische Papierindustrie unerreicht bleibt. Drei Zahlen sprechen f\u00fcr sich:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li style=\"margin-right:var(--wp--preset--spacing--50);margin-left:var(--wp--preset--spacing--50)\"><strong>91,8 % des Holzes<\/strong>, das europ\u00e4ische Werke verarbeiten, stammt aus dem europ\u00e4ischen Markt, und nahezu alle Sekund\u00e4rrohstoffe bezieht die Branche lokal,<\/li>\n\n\n\n<li style=\"margin-right:var(--wp--preset--spacing--50);margin-left:var(--wp--preset--spacing--50)\"><strong>76,4 %<\/strong> betr\u00e4gt die europ\u00e4ische Papierrecyclingquote, die h\u00f6chste weltweit; die Branche setzte 45,3 Mio. Tonnen Altpapier ein, was 58,5 % der gesamten Papier- und Kartonproduktion entspricht,<\/li>\n\n\n\n<li style=\"margin-right:var(--wp--preset--spacing--50);margin-left:var(--wp--preset--spacing--50)\"><strong>66 %<\/strong> der in der Zellstoff- und Papierindustrie eingesetzten Brennstoffe entfielen auf nachhaltige Biomasse (Daten f\u00fcr 2024), w\u00e4hrend die spezifischen CO2-Emissionen um 10,2 % sanken.<\/li>\n<\/ul>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gesondert erw\u00e4hnenswert sind die Spezialpapiere. Ihre Produktion wuchs 2025 um 1,2 % auf 10,7 Mio. Tonnen, und Europa bleibt ihr weltweit gr\u00f6\u00dfter Produzent und Exporteur. Es handelt sich um jene Gruppe von Papieren mit erh\u00f6hten Eigenschaften: optischen, mechanischen, haptischen. Also genau um jene, zu denen man bei Veredelungen, Vors\u00e4tzen und Ausgaben greift, bei denen die Form die Botschaft mittr\u00e4gt.<br \/><br \/>Daraus ergibt sich eine klare Aufteilung: Das Massenvolumen flie\u00dft ab, Spezialisierung und Qualit\u00e4t bleiben. F\u00fcr einen Verlag, der auf eine sorgf\u00e4ltig gestaltete Buchform setzt, ist das eher ein gutes als ein schlechtes Signal.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-size:24px\">Deutschland auf der CEPI-Landkarte<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da Deutschland unter den CEPI-L\u00e4ndern der gr\u00f6\u00dfte Papier- und Kartonproduzent ist, lohnt sich ein genauerer Blick auf seine Position in dieser Aufstellung.<br \/><br \/>Deutschland stand 2025 f\u00fcr 24,2 % der Papier- und Kartonproduktion in den CEPI-L\u00e4ndern, was bei insgesamt 77,4 Mio. Tonnen rund 18,7 Mio. Tonnen entspricht. Das ist mit Abstand der gr\u00f6\u00dfte Anteil, vor Schweden und Italien (je 10,1 %), Finnland (8,6 %), Frankreich (8,4 %) und Spanien (8,2 %).<br \/><br \/>Noch deutlicher f\u00e4llt das Bild beim Altpapier aus: Auf Deutschland entfallen 34,9 % des europ\u00e4ischen Einsatzes, also etwa 15,8 Mio. Tonnen von insgesamt 45,3 Mio. Tonnen. Mehr als ein Drittel des in Europa wiederverwerteten Papiers wird damit in deutschen Werken verarbeitet. Beim Zellstoff kehrt sich das Verh\u00e4ltnis um: Der deutsche Anteil liegt bei 5,0 % von 34,2 Mio. Tonnen, also rund 1,7 Mio. Tonnen, gegen\u00fcber der Dominanz Schwedens (32,7 %) und Finnlands (27,6 %).<br \/><br \/>Das Bild sieht also so aus: Deutschland ist Europas st\u00e4rkster Papierverarbeiter und mit Abstand gr\u00f6\u00dfter Altpapiernutzer, h\u00e4ngt jedoch beim Faserrohstoff in erheblichem Ma\u00df vom Zellstoff aus Nordeuropa ab. Genau diese Abh\u00e4ngigkeit macht die im Bericht beschriebene Verschiebung f\u00fcr deutsche Verlage relevant.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-size:24px\">Was daraus f\u00fcr Verlage und Autoren folgt<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daten sind das eine, verlegerische Entscheidungen das andere. Die folgenden Schl\u00fcsse sind keine Prognose zu Preisen oder Terminen, sondern Konsequenzen aus der Marktstruktur, die der Bericht zeigt.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-size:20px\">Planen Sie das Papier gemeinsam mit dem Titel, nicht nach dem Lektorat<\/h3>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/booksfactory.pl\/blog\/zum-ersten-mal-ein-buch-drucken-das-muessen-sie-wissen\/?lang=de\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/booksfactory.pl\/blog\/drukujesz-ksiazke-po-raz-pierwszy-oto-co-musisz-wiedziec\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"text-decoration: underline\">Die Papierwahl wird oft als letzter Schritt behandelt<\/span><\/a>, kurz vor dem Versand der Druckdaten. Bei einem schrumpfenden Segment grafischer Papiere ist das eine riskante Reihenfolge. Sorte, Grammatur und Volumen beeinflussen die Dicke des Blocks, und diese wiederum die Gestaltung von R\u00fccken und Umschlag. Wird das Papier fr\u00fch festgelegt, fallen am Ende weniger Korrekturen an.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-size:20px\">Lassen Sie eine Alternative in der Spezifikation zu<\/h3>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Praktischste, was sich tun l\u00e4sst: statt ein bestimmtes Papier zu benennen, die Anforderungen beschreiben. Farbton (wei\u00df, cremefarben), Grammatur, Volumen, Opazit\u00e4t, Laufrichtung. Eine solche Spezifikation erlaubt es, einen Ersatz mit vergleichbaren Parametern auszuw\u00e4hlen, wenn die erste Wahl vor\u00fcbergehend nicht verf\u00fcgbar ist, ohne Aussehen und Umfang des Buches zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-size:20px\">\u00dcberdenken Sie die Auflage, statt sie im Lager einzufrieren<\/h3>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die klassische Reaktion auf Versorgungsunsicherheit ist eine Bestellung, die den Bedarf mehrerer Jahre abdeckt. In der Praxis bedeutet das gebundenes Kapital, das Risiko eines alternden Titels und Lagerkosten. Der Digitaldruck erlaubt es, diese Logik umzukehren: kleinere Auflagen, h\u00e4ufigere Nachdrucke, Entscheidungen auf Grundlage tats\u00e4chlicher Verk\u00e4ufe statt einer zwei Jahre alten Prognose.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-size:20px\">Behandeln Sie die Form als Wert, nicht als Zugabe<\/h3>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn sich die europ\u00e4ische Papierindustrie auf h\u00f6herwertige Segmente spezialisiert, w\u00e4hrend das Massenvolumen abflie\u00dft, dann zeichnet sich f\u00fcr Verlage eine \u00e4hnliche Richtung ab. Ausgaben, bei denen Papier, Bindung und Veredelung z\u00e4hlen, behaupten sich besser als eine Massenproduktion, die allein \u00fcber die Skalierung konkurriert.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-size:24px\">Die Perspektive von Books Factory<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Digitaldruckerei f\u00fcr B\u00fccher blicken wir von einer bestimmten Stelle in der Kette auf diese Daten: zwischen Papierfabrik und Verlag. Einige Beobachtungen, die sich aus dieser Position ergeben.<br \/><br \/>Erstens: Je schmaler das Segment der grafischen Papiere wird, <a href=\"https:\/\/booksfactory.pl\/blog\/wie-waehlt-man-die-papiergrammatur-passend-zur-buchart\/?lang=de\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/booksfactory.pl\/blog\/jak-dobrac-gramature-papieru-do-rodzaju-ksiazki\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"text-decoration: underline\">desto wichtiger ist eine bewusste Papierwahl bereits in der Gestaltungsphase<\/span><\/a>. Ein Gespr\u00e4ch dar\u00fcber, welche Parameter f\u00fcr einen konkreten Titel wirklich wesentlich sind und welche nur Gewohnheit, erspart sp\u00e4ter eine Menge \u00c4rger.<br \/><br \/>Zweitens: Die Erfahrung aus der Zeit der Lockdowns hat bei uns eine dauerhafte Gewohnheit hinterlassen. Damals, als Lieferketten an mehreren Stellen zugleich rissen, haben wir die Produktionskontinuit\u00e4t und die Verf\u00fcgbarkeit der Papiere aufrechterhalten \u2013 was seinerzeit nur wenigen gelang. Die Lehren aus dieser Zeit haben wir in feste Praxis \u00fcberf\u00fchrt: Wir planen die Beschaffung nicht allein f\u00fcr die laufende Saison, sondern verfolgen die Lage auf dem Rohstoffmarkt und den Stand der eigenen Best\u00e4nde t\u00e4glich und reagieren fr\u00fchzeitig auf Signale einer sich verengenden Verf\u00fcgbarkeit.<br \/><br \/>Drittens: Flexibilit\u00e4t bei der Auflage h\u00f6rt auf, eine Bequemlichkeit zu sein, und wird zu einer Form des Risikomanagements. Ein Verlag, der weniger drucken und f\u00fcr einen Nachdruck zur\u00fcckkommen kann, reagiert gelassener auf Schwankungen im Angebot als einer, der alle paar Jahre die gesamte Menge bestellt.<br \/><br \/>Viertens: Es lohnt sich, das Verh\u00e4ltnis zwischen dem Ver\u00e4nderbaren und dem Unerreichbaren im Blick zu behalten. Die Struktur des europ\u00e4ischen Papiermarktes ver\u00e4ndert sich unabh\u00e4ngig von den Entscheidungen eines einzelnen Verlages. Wie ein Titel geplant wird, wie die Spezifikation aufgebaut ist und welche Auflagenpolitik verfolgt wird, liegt dagegen vollst\u00e4ndig beim Verlag.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-size:24px\">Fazit<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der CEPI-Bericht f\u00fcr 2025 beschreibt keine pl\u00f6tzliche Krise, sondern eine langsame Verschiebung. Die Papier- und Kartonproduktion in Europa sank um 1,6 %, doch die grafischen Papiere, aus denen B\u00fccher entstehen, verloren 7,3 % und verlieren seit Jahren kontinuierlich an Boden, w\u00e4hrend das Verpackungssegment auf 64 % der europ\u00e4ischen Produktion gewachsen ist. Gleichzeitig beh\u00e4lt Europa seine weltweite Spitzenstellung beim Recycling, seine Rohstoffunabh\u00e4ngigkeit und seine F\u00fchrungsposition bei Spezialpapieren.<br \/><br \/>F\u00fcr die Verlagsbranche lautet der ehrlichste Schluss: Die Rohstoffbasis f\u00fcr den Buchdruck hat sich verengt und verlangt eine fr\u00fchere Planung, eine flexiblere Spezifikation und eine \u00fcberlegtere Auflagenpolitik. Das ist kein Grund zur Panik, sondern ein Grund f\u00fcr Ordnung im Prozess. Und ein gut gestaltetes, in Papier und Bindung durchdachtes Buch behauptet sich umso deutlicher, je schwieriger der Markt um es herum ist.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quellen:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li style=\"margin-right:var(--wp--preset--spacing--50);margin-left:var(--wp--preset--spacing--50)\"><a href=\"https:\/\/www.cepi.org\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Cepi-Key-Statistics-2025-FINAL.pdf\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.cepi.org\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Cepi-Key-Statistics-2025-FINAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CEPI Bericht<\/a><\/li>\n\n\n\n<li style=\"margin-right:var(--wp--preset--spacing--50);margin-left:var(--wp--preset--spacing--50)\"><a href=\"https:\/\/www.cepi.org\/definitions-and-concepts-in-the-pulp-and-paper-industry-statistics\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.cepi.org\/definitions-and-concepts-in-the-pulp-and-paper-industry-statistics\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CEPI Pressemitteilung<\/a><\/li>\n\n\n\n<li style=\"margin-right:var(--wp--preset--spacing--50);margin-left:var(--wp--preset--spacing--50)\"><a href=\"https:\/\/rynek-ksiazki.pl\/aktualnosci\/europejski-przemysl-papierniczy-w-trudnym-punkcie-zwrotnym\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/rynek-ksiazki.pl\/aktualnosci\/europejski-przemysl-papierniczy-w-trudnym-punkcie-zwrotnym\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rynek-Ksi\u0105\u017cki<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die europ\u00e4ische Papierproduktion ist 2025 um 1,6 % gesunken, die der grafischen Papiere sogar um 7,3 %. Wir zeigen, was der CEPI-Bericht f\u00fcr die Verf\u00fcgbarkeit von Papier f\u00fcr den Buchdruck bedeutet und wie sich Ausgaben vern\u00fcnftig planen lassen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7967,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center 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